Vive la Joye, es tanzt der König -

                                      Melodien und Rhythmen zur Feier des Tages.

Music von den privat Ergözlichkeiten, Bauren-Wirthschafften und Hochzeiten, Feuerwercken, Götter-Aufzügen, Illuminationen, Masqueraden, Opera, Lust-Lagern, Turnieren, Schäfereyen, Schlitten-Farthen"

 LA SERATA CAMILLO präsentiert in seiner 5. Saison Musik vornehmlich für Vergnüglichkeiten.

 

Muſik.

" Ein Angſtgeſchrey ſezet uns in Schreken, und frohlokende Toͤne wuͤrken Froͤhlichkeit. Und ſo laͤßt ſich begreifen, wie man durch Toͤne gewaltige Kraft auf den ganzen Koͤrper, und folglich auch auf die Seele ausuͤben koͤnne. Taktmaͤßige und rhythmiſche Bewegung aber kann unmittelbar mit einer Folge von Toͤnen verbunden werden, weil dieſe allezeit den Begriff der Bewegung mit ſich fuͤhret; und ſo iſt demnach der Urſprung des foͤrmlichen mit Takt und Rhythmus begleiteten Geſanges, und ſeine natuͤrliche Verbindung mit dem Tanze begreiflich.Von allen Empfindungen aber ſcheinet die Froͤhlichkeit den erſten Schritt zum Geſang gethan zu haben; den naͤchſten aber die Begierde ſich ſelbſt in ſchweerer Arbeit zu ermuntern. Weil dieſes auf eine doppelte Weiſe geſchehen kann; entweder blos durch Erleichterung, da vermittelſt mannigfaltiger Einfoͤrmigkeit, die Aufmerkſamkeit von dem Beſchwerlichen auf das Angenehme gelenkt wird, oder durch wuͤrkliche Aufmunterung vermittelſt beſeelter Toͤne und lebhafter Bewegung; ſo ziehlt die Muſik im erſten Fall auf eine Art der Bezauberung oder Ergreifung der Sinnen, im andern aber auf Anfeurung der Leibes- und Gemuͤthskraͤfte. Die zaͤrtlichen, traurigen und die verdrießlichen Empfindungen ſcheinet die blos natuͤrliche Muſik gar nicht, oder ſehr ſelten zum Zwek zuhaben. Aber nachdem man einmal erfahren hatte, daß auch Leidenſchaften dieſer Art, ſich durch die Kunſt hoͤchſt nachdruͤklich ſchildern, folglich auch in den Gemuͤthern erweken laſſen, ſo iſt ſie auch dazu angewendet worden. ...

Wie groß die Kraft der durch die angezeigten Mittel, in ein wolgeordnetes und richtig charakterirtes Ganze verbundenen Toͤne ſey, kann jeder, der einige Empfindung hat, ſchon aus der Wuͤrkung abnehmen, welche die verſchiedenen Tanzmelodien, wenn ſie recht gut in ihrem beſondern Charakter geſezt ſind, thun. Es iſt nicht moͤglich ſie anzuhoͤren, ohne ganz von dem Geiſte der darin liegt, beherrſcht zu werden: man wird wieder Willen gezwungen, das, was man dabey fuͤhlt, durch Gebehrden und Bewegung des Koͤrpers auszudruͤken. Man weiß aus der Erfahrung, daß kein Tanz ohne Muſik dauren kann; dieſe reizet alſo den Koͤrper ſelbſt zur Bewewegung; ſie hat wuͤrklich eine koͤrperliche Kraft, wodurch die zur Bewegung dienenden Nerven angegriffen werden. Es iſt glaublich, daß durch Muſik der Umlauf des Gebluͤthes etwas angehalten, oder befoͤrdert werden koͤnne.  ...

Aber da die mit uͤbereinſtimmender koͤrperlichen Bewegung begleitete Muſik lebhaften Eindruk macht, der Tanz aber ſehr ſchiklich iſt, mancherley leidenſchaftliche und ſittliche Empfindungen zu erweken, ſo wird dieſe Gattung der Muſik nicht unwichtig, und koͤnnte beſonders auch zur Bildung der Gemuͤther angewendet werden. Es iſt auch weder etwas geringes noch etwas ſo leichtes, als ſich mancher einbildet, eine vollkommene Tanzmelodie zu machen. Vollkommen aber wird ſie nicht blos dadurch, daß Bewegung, Takt und Rhythmus dem Charakter des Tanzes angemeſſen ſind, ſondern auch durch ſchildernde muſikaliſche Gedanken oder Saͤze, die die Art und den Grad der Empfindung, die jedem Tanz eigen ſind, wol ausdruͤken. " 

aus: Johann Georg Sulzer  Allgemeine Theorie der schönen Künste (1771–1774)

 

In eigener Sache:        

Den Freundinnen und Sympathisanten, Wohlmeinenden und  Unterstützerinnen ...

 

Immer donnerstags - Eintritt frei - Austritt erbeten.
Bitte Reservieren (035207 - 99230).
 

Termine 2019

 

Pressearchiv